
Keine E-Ngste mehr!
Wenn‘s um die E-Mobilität geht, braucht Österreich keine Ängste mehr haben!
Die Bundeskampagne zur E-Mobilität
ab Juni 2026



im Faktencheck

Fahren
& Laden
Wie weit kommt ein durchschnittliches neues E-Auto?
Für die Berechnung der kommunizierten Durchschnittsreichweite von 400 km in der Kampagne wurden die beliebtesten Modelle des Jahres 2025 einer gewichteten Durchschnittsberechnung unterzogen. Dazu wurden jedoch nicht die Laborwerte, sondern die Realwerte insb. durch Tests von Automobilclubs und realen Verbrauchsdaten herangezogen. Im laufenden Jahr 2026 sind die Reichweiten weiter gestiegen, wir haben uns aber bewusst für einen realistischen, glaubwürdigen Wert entschieden.
Dennoch: während einige Modelle auch weit über diesem Wert liegen, gibt es auch viele, bei denen 250 – 300 km ein realistischer Durchschnittswert sind. So ist für häufige Distanzreisende genauso was im Angebot wie für die vielen Haushalte mit Wochendistanzen von < 300 km. Wir empfehlen nicht nur auf die Reichweite, sondern auch auf die Ladeleistung und eine sinnvolle Batteriegröße für den jeweiligen Einsatzzweck zu achten.Wie stark geht die Reichweite im Winter zurück?
Österreich und der Winter – das gehört zusammen! Doch auch E-Mobilität und kalte Temperaturen schließen sich nicht aus. Was ein E-Auto mit dem Verbrenner gleich hat ist der erhöhte Verbrauch bei kalten Temperaturen. Insbesondere die Batterie muss auf Temperatur gebracht und dort gehalten werden, was bei Wintertemperaturen den Verbrauch schon mal um 20-25 % steigen lassen kann. Durch Vorkonditionierung der Batterie auf längeren Winterstrecken – z.B. am Weg auf die Piste oder in den wärmeren Süden – kann jedoch auch im Winter eine starke Schnellladeleistung erzielt werden. Wir empfehlen das Thema Vorkonditionierung & Wärmemanagement mit Händler:in, Online-Foren oder Informationsvideos kennenzulernen.
Sinkt die Kapazität über die Jahre stark?
Ganz klare Antwort: nein. Moderne E-Auto-Batterien haben eine überragend gute Haltbarkeit und schaffen immer häufiger problemlos Kilometerleistungen von mehreren 100.000 km mit Kapazitätsverlusten unter 15 %. Die meisten dieser Batterien können dann noch über viele Jahre ein zweites Leben in einem Speicherkraftwerk verbringen – und dann zu großen Teilen aufbereitet bzw. recycled werden. Wir empfehlen vor dem Kauf eines gebrauchten E-Autos eine Überprüfung der Batteriegesundheit („State-of-Health“ / SoH) durch ein fachgerechtes Batteriediagnose-Verfahren. Wenden Sie sich an Ihren Automobilclub, Fachwerkstatt oder direkt an die Anbieter dieser Dienstleistung.

Kosten
& Planung
Wie teuer ist ein durchschnittliches E-Auto?
Wir bleiben bei den Fakten: der mittlere Listenpreis bei den im Jahr 2025 in Österreich verkauften E-Autos liegt bei ziemlich genau 50.000 €. Doch es sind klar mehr Modelle am Markt, die weit unter diesem Wert liegen. Kaufpreise von 25.000 – 30.000 € für kompakte, moderne E-Modelle sind immer häufiger möglich. Wir empfehlen bei der Vergleichsrechnung nicht beim Kaufpreis aufzuhören. Denn E-Autos sind in sehr vielen Szenarien günstiger im Betrieb – insb. durch niedrigere Steuern, günstige und planbare Stromkosten und niedrige Servicekosten (ein E-Auto hat nur wenige bewegliche Teile). Wir empfehlen daher alle realen Kosten eines Verbrenners mit denen eines E-Autos gegenüberzustellen und dabei auch die oftmals sehr gut ausgestatteten E-Modelle mit gleichwertigen Verbrennern zu vergleichen.
Tipp: für weitere Informationen zu laufenden Kosten sowie Empfehlungen für Preisvergleiche wende dich gerne direkt ans eMOVE Austria-Team unter anfrage-emove@austriatech.at
Wie teuer sind die monatlichen Betriebskosten?
Die laufenden Kosten eines E-Autos hängen stark vom jeweiligen Modell, den Service- und Ladetarif-Verträgen und der Kilometerleistung ab. Hier ist es nicht weniger komplex als beim Verbrenner, wirklich alle Kostenfaktoren zusammenzurechnen – Auto bleibt Auto, und Kostentransparenz ist da gar nicht mal so leicht. Was jedenfalls zu zahlen ist:
- Versicherung und motorbezogene Versicherungssteuer (diese ist in fast allen Fällen niedriger als bei einem vergleichbaren Verbrenner)
- Servicekosten wie Wartung und Verschleißteile (von denen es bei E-Autos schlichtweg weniger gibt, z.B. fällt auch der Ölwechsel komplett weg)
- Strom- bzw. Ladekosten. Diese sind stark abhängig von der jeweiligen Wohn- und Arbeitssituation und variieren stark je nach gefahrenen Kilometern. Heimladen ist tendenziell immer am günstigsten und komfortabelsten – doch eine fehlende Wallbox zuhause macht damit die E-Mobilität nicht unmöglich! Bei Ladeleistungen von 30 Minuten für > 300 km Reichweite ist bei einem Wocheneinkauf mit Schnellladestation am Supermarkt-Parkplatz für viele Haushalte die wöchentliche Fahrstrecke wieder aufgeladen – am Weg zum Wochenendausflug reicht oftmals eine Kaffeepause für 100-200 km neue echte Reichweite.
Tipp: für Ladeplanung, Erfahrungsberichte zum öffentlichen und privaten Laden und weiteren Ressourcen zum Thema Laden gerne direkt ans eMOVE Austria-Team unter anfrage-emove@austriatech.at wenden
Ist es für die Batterie schlecht, wenn das Fahrzeug schnell lädt?
Generell gesagt: nein – nicht mehr. Moderne Batterien von E-Autos, die in den letzten Jahren und aktuell zugelassen wurden, sind für alle Ladevarianten ausgerüstet. Das Schnellladen per se ist nicht schlecht für das Fahrzeug, solange dies im empfohlenen Kapazitätsbereich (meist zwischen 10 % und 80 %) geschieht sowie Tiefenentladungen und häufige Vollladungen vermieden werden. Auch empfehlen wir beim Schnellladen eine Vorkonditionierung der Batterie bzw. längeres Fahren vor dem ersten Schnellladestopp, um die Batterie beim Laden auf der empfohlenen Betriebstemperatur halten zu können. Generell empfehlen wir jedoch, die passende Ladegeschwindigkeit für die jeweilige Situation zu wählen – warum am Weg zum Wochenendausflug (teures) Schnellladen, wenn an der gebuchten Ferienunterkunft eine günstige Wallbox mit PV-Strom vom Dach verfügbar ist? Es gibt heute schon sehr viele Möglichkeiten zum Laden – und wir helfen gerne weiter!

Batterie
& Energie
Wie sollte sich das mit dem Strom ausgehen - und wo kommt der her?
Da Elektrofahrzeuge deutlich effizienter sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, lässt sich bei einer vollständigen Elektrifizierung bis 2040 der Energieverbrauch im Verkehrssektor insgesamt erheblich reduzieren. Theoretisch könnte der Energiebedarf des Landverkehrs sogar um fast 60 % sinken. Gleichzeitig würde eine vollständige Elektrifizierung der österreichischen PKW-Flotte bis 2040 den elektrischen Strombedarf um rund 21 % erhöhen. Um diese Mengen Strom bereitzustellen, werden die entsprechenden Produktionsanlagen in Österreich aktuell sehr stark ausgebaut werden.
Kurz gesagt: E-Mobilität ist ein linearer, progressiver Prozess. Die Strom- und Netzkapazitäten werden parallel ausgebaut, während die E-Flotte graduell wächst.
kWh & kW - das ist noch neu für mich. Was genau bedeuten diese Werte?
Kilowatt (kW): Während die Leistung bei Verbrennerfahrzeugen oft noch in Pferdestärken (PS) angegeben wird, verwenden E-Autos Kilowatt (kW) als Leistungsangabe. Die Leistung gibt an, wie viel chemische Energie aus der Batterie innerhalb von einer Sekunde in elektrische Energie umgewandelt wird. Der Wert „kW“ wird in der E-Mobilität sowohl für die Leistung des Fahrzeugs/des E-Motors als auch für die Ladeleistung, die eine Batterie aufnehmen bzw. die eine Ladestation abgeben kann, verwendet. Auf der eMOVE-Plattform und in unserer Kampagne findest du auch Zahlen zum österreichischen Ladenetz, welches in drei Leistungskategorien unterteilt ist:
- Langsamladeinfrastruktur bis 23 kW
- Schnellladeinfrastruktur bis inkl. 150 kW
- Ultra-Schnellladeinfrastruktur (HPC) ab 150 kW
Kilowattstunde (kWh): Die gesamte umgewandelte Energie, also der Energieverbrauch des E-Autos bzw. die Kapazität, die in einer Batterie gespeichert wird, wird in kWh angegeben. Typische Batteriegrößen der meistverkauften batterieelektrischen Autos in Österreich sind im Bereich von 40 kWh bei Kleinfahrzeugen bis zu über 100 kWh bei großen SUV angesetzt. Schwere E-LKW haben Batterien mit Kapazitäten von 500 kWh und mehr!
kWh pro 100 km: Um einen besseren Einblick in den Energieverbrauch des E-Fahrzeuges zu bekommen, wird auf den spezifischen Energieverbrauch pro 100 km Strecke zurückgegriffen: ein realistischer Durchschnittswert ist 20 kWh / 100 km. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug auf 100 km Fahrt 20 kWh an Batteriekapazität benötigt. Bei einer Batterie mit 80 kWh nutzbarer Energiemenge würde es also echte 400 km weit kommen.
Ist das Stromnetz stabil genug für die vielen E-Fahrzeuge?
Elektromobilität kann die Netzstabilität sogar unterstützen, wenn die Fahrzeuge sinnvoll ins Stromnetz eingebunden werden – daran wird aktuell auf nationaler und europäischer Ebene in unterschiedlichen Prozessen mit großer Energie gearbeitet. Zentral ist hierbei intelligentes Lastmanagement bei der Ladeinfrastruktur. Dabei werden Fahrzeuge vor allem dann geladen, wenn das Netz weniger ausgelastet ist bzw. so geladen, dass sie zum idealen Zeitpunkt die genau richtige Strommenge aufnehmen, um das Netz stabil zu halten und nicht unnötig auszulasten. Elektrofahrzeuge können außerdem als flexible Energiespeicher fungieren – eine der größten Potentiale der wachsenden Elektrifizierung ist das Integrieren der „fahrenden Batterien“ in unser Energiesystem! Diese sogenannten „Vehicle-to-Grid“-fähigen Fahrzeuge (kurz: V2G) laden überschüssigen Strom und geben ihn bei Bedarf wieder an das Netz oder an relevante Verbraucher im direkten Umfeld zurück. Diese Technologie ermöglicht es Fahrzeugen, Energie dann aufzunehmen, wenn ein Überschuss vorhanden ist, und sie zu Zeiten höherer Nachfrage wieder abzugeben. Dadurch trägt V2G zur Lastverteilung und zur Stabilisierung des Stromnetzes bei. Eine Vorstufe von V2G ist die sogenannte „Vehicle-to-home“ (V2H) und „Vehicle-to-load“ (V2L)-Technologie. Damit kann das Fahrzeug zwar nicht ins gesamte Netz integriert werden, aber dennoch im privaten bzw. betrieblichen Umfeld oder an Orten mit schlechter oder nicht vorhandener Netzversorgung Verbraucher mit Strom versorgen.


