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Mit eMOVE Austria wurde im Juli 2025 die neue Dachmarke des Mobilitätsministeriums gestartet, welche alle Programme zur emissionsfreien Mobilität – mit Fokus E-Mobilität – des Bundes vereinigt. Unter dem Dach von eMOVE Austria werden Förderprogramme, Kommunikationsmaßnahmen, Daten & Fakten als auch rechtliche Rahmenbedingungen und Gesetzgebung gebündelt.
Hier geht’s zur Presseaussendung zum Start von eMOVE Austria am 01. Juli 2025.
Das Themenfeld emissionsfreie Mobilität ist breit und komplex. Umfangreiche rechtliche Rahmenbedingungen wie AFIR und Ladepunkt-Daten-VO ergänzen laufende technische Verbesserungen, dynamische Marktentwicklungen und eine große Menge an Informationen und Meinungen zu einem oftmals stark emotional behandelten Thema. eMOVE Austria verfolgt das Ziel, die große Menge an wichtigen Informationen zur emissionsfreien Mobilität in Österreich an einer vertrauensvollen Stelle zu sammeln, und gleichzeitig die vielfältigen Maßnahmen des Bundes unter einer wiedererkennbaren Marke zu bündeln. Wo eMOVE Austria draufsteht, steckt die Elektrifizierung der österreichischen Mobilität drin.
E-Mobilität ist vielfältig. eMOVE integriert daher alle emissionsfreien Antriebsformen und damit sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge und die damit verbundene Lade- und Betankungsinfrastruktur.
Wir gehen auf die unterschiedlichen Antriebsformen, die in eMOVE unterstützt und behandelt werden, in unserem Glossar ein.
Die eMOVE Austria Online-Plattform wurde im Jänner 2026 gelauncht und setzt mehrere Schwerpunkte:
- Zentrale Ankündigungsplattform des Bundes für Maßnahmen zum Thema E-Mobilität
- Daten- und Statistik-Hub für alle interessierten Bürger:innen, Unternehmen (z.B. Flottenbetreiber:innen), Agenturen, Gebietskörperschaften und Medienvertreter:innen – unterteilt in die vier Säulen von eMove Austria:
- Informationsquelle inkl. Publikationen, Leitfäden & weiterführende Links zu den relevantesten Akteur:innen der E-Mobilität in Österreich an einem Ort
Grundlegend werden alle Daten, die von OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität verarbeitet und veröffentlicht werden, einem Qualitäts-Check unterzogen. Bei uns geht Qualität vor Geschwindigkeit – daher ist zwischen der Veröffentlichung von Rohdaten (z.B. aus den aktuellen Kraftfahrzeug-Statistiken) und der Einspielung auf die Plattform immer ein Zeitraum von einigen Arbeitstagen einzuplanen.
Ein Teil der Daten – insb. trifft das auf Neuzulassungen von Fahrzeugen sowie grundlegende Statistiken zum Ausbau des Ladenetzes zu – werden monatlich aktualisiert. Komplexere Analysen, die eine Verschneidung mehrerer Datenquellen benötigen, werden quartalsmäßig aktualisiert. Internationale Analysen und Ländervergleiche werden dann aktualisiert, wenn die Daten vorliegen und auf Nachvollziehbarkeit überprüft wurden – dies ist bei einigen Datensätzen nur halbjährlich möglich.
Sowohl in den dynamischen Datendarstellungen in den vier Säulen als auch in unseren vorgefertigten Visualisierungen im Download-Bereich ist der Datenstand stets ausgewiesen.
Die Elektromobilität, kurz E-Mobilität, integriert Fahrzeuge, die mit einem elektrischen Antriebsstrang bewegt werden. Über eine dazugehörige Lade- oder Betankungsinfrastruktur wird ein Elektromotor mit elektrischem Strom versorgt. Egal ob der elektrische Strom dabei zuerst durch Elektrolyse umgewandelt wird (siehe FCEV) oder direkt in die Batterie gespeichert wird (siehe BEV): ein E-Fahrzeug hat einen E-Motor und benötigt keinerlei fossile Energieträger für seine Fortbewegung.
E-Motoren als primäre Antriebseinheit können in alle Fahrzeugarten – jedenfalls im Straßenverkehr (Personen- und Güterverkehr) und immer mehr in der Schifffahrt – eingebaut werden und dabei in vielen Fällen den fossil betriebenen Verbrennungsmotor ersetzen. Auch der Einsatz von Wasserstoff (z.B. in einer Brennstoffzelle oder als Wasserstoff-Verbrennungsmotor) in einem Kraftfahrzeug wird zur E-Mobilität gezählt. Neben reinen Elektro- und Wasserstofffahrzeugen gibt es auch Hybrid-Fahrzeuge. Diese haben sowohl einen Elektromotor als auch einen Verbrennungsmotor eingebaut. Dabei wird zwischen extern aufladbaren Hybriden (siehe PHEV) und Voll- bzw. Mildhybriden, die nicht extern aufladbar sind, unterschieden.
Im Rahmen der Elektromobilität wird zwischen 3 Antriebsformen unterschieden:
BEV: Batterieelektrisches Electric Vehicle
PHEV: Plug-In Hybrid Electric Vehicle
FCEV: Fuel Cell Electric Vehicle
OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität zählt alle Formen von hybriden Antrieben, die nicht extern aufladbar sind, nicht zur E-Mobilität.
Kilowatt (kW): Während die Leistung bei Verbrennerfahrzeugen oft noch in Pferdestärken (PS) angegeben wird, verwenden E-Autos Kilowatt (kW) als Leistungsangabe. Die Leistung gibt an, wie viel chemische Energie aus der Batterie innerhalb von einer Sekunde in elektrische Energie umgewandelt wird. Der Wert „kW“ wird in der E-Mobilität sowohl für die Leistung des Fahrzeugs/des E-Motors als auch für die Ladeleistung, die eine Batterie aufnehmen bzw. die eine Ladestation abgeben kann, verwendet. Auf der eMOVE-Plattform finden Sie Zahlen zum österreichischen Ladenetz, welches in drei Leistungskategorien unterteilt ist:
- Langsamladeinfrastruktur bis 23 kW
- Schnellladeinfrastruktur bis inkl. 150 kW
- Ultra-Schnellladeinfrastruktur (HPC) ab 150 kW
Kilowattstunde (kWh): Die gesamte umgewandelte Energie, also der Energieverbrauch des E-Autos bzw. die Kapazität, die in einer Batterie gespeichert wird, wird in kWh angegeben. Typische Batteriegrößen der meistverkauften batterieelektrischen Autos in Österreich sind im Bereich von 40 kWh bei Kleinfahrzeugen bis zu über 100 kWh bei großen SUV angesetzt. Schwere E-LKW haben Batterien mit Kapazitäten von 500 kWh und mehr!
kWh pro 100 km: Um einen besseren Einblick in den Energieverbrauch des E-Fahrzeuges zu bekommen, wird auf den spezifischen Energieverbrauch pro 100 km Strecke zurückgegriffen: ein Durchschnittswert ist 20 kWh / 100 km. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug auf 100 km Fahrt 20 kWh an Batteriekapazität benötigt. Bei einer Batterie mit 80 kWh nutzbarer Energiemenge würde es also 400 km weit kommen.
Am günstigsten und gleichzeitig am komfortabelsten ist es in der Regel, ein E-Fahrzeug zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden. Wird das Auto über Nacht angeschlossen, genügt für den täglichen Bedarf eine fachgerecht installierte Heimladestation („Wallbox“) mit bis zu 5,5 kW, um die Batterie vollständig zu laden und die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke zuverlässig abzudecken. Zusätzlich stehen in Österreich über 35.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung (Stand Jahresbeginn 2026). Allein zwischen 2024 und 2025 hat sich das österreichweite Angebot an Ultraschnellladern, mit denen man das Auto besonders rasch laden kann, mehr als verdreifacht.
Auch für E-LKW gibt es bereits ein wachsendes Ladenetz – während der Großteil der batterieelektrischen LKW in den Depots lädt, wird auch das Laden insb. entlang der Transitkorridore immer wichtiger. Dezidierte LKW-Ladeinfrastruktur wird spätestens seit 2025 verstärkt ausgebaut – auch in Österreich – und ist eine der spannendsten und dynamischsten Entwicklungen in dieser Phase der E-Mobilität.
Die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs hängt sowohl von der Kapazität der Batterie als auch von der Leistung der Ladestation ab. Je kleiner die Batterie und je stärker die Ladeleistung, desto kürzer dauert es, das Fahrzeug vollständig aufzuladen.
Die folgenden Zahlen zeigen anschaulich, wie lange ein Auto geladen werden muss, um 100 km fahren zu können (bei einem üblichen Verbrauch von 20 kWh pro 100 km) – eine typische Tagesstrecke für viele österreichische Pendler:innen.
- Wallbox 3,7 kW: 5 Stunden
- Wallbox 11 kW: 2 Stunden
- Schnellladen 50 kW: 30 Minuten
- Schnellladen mit 150 kW: 12 Minuten
- Ultra-Schnellladen (HPC) mit 300 kW: 6 Minuten
Wichtig für die Einschätzung, wie lang ein Schnellladevorgang für die Urlaubs- oder Familienbesuchsfahrt mit einem modernen E-Auto dauern wird: Es kommt nicht nur auf die maximale Ladeleistung an, sondern auch auf den Ladezustand der Batterie (SoC – State of Charge), auf die Batterietemperatur zum Zeitpunkt des Ladevorgangs und auf die sogenannte Ladekurve des Fahrzeugs selbst.
Ein Beispiel zeigt, wie diese Parameter in Verbindung stehen:
- Ein moderner BEV-PKW hat eine maximale Ladeleistung von 180 kW („Peak“-Ladeleistung). Diese wird zwischen 15 % und 60 % Batteriekapazität erreicht. Darüber fällt die Ladeleistung graduell auf 100 kW bis 80 % und auf 45 kW bis 100 % ab.
- Daraus resultiert ein idealer Schnellladevorgang, der bei relativ niedriger Batteriekapazität startet und bei max. 80 % beendet wird. Dieser typische Ladevorgang wird aktuell bei den meisten neuen BEV-PKW in den Informationsmaterialien und Testberichten angegeben und dauert bei den meisten neuen Modellen zwischen 20 und 35 Minuten, während besonders ladeleistungsstarke Modelle hohe Peak-Ladeleistungen erzielen und den 10-80 % Ladeprozess in unter 20 Minuten schaffen.
- Batterietemperatur: der erste Ladevorgang auf einer Langstrecke ist meistens erst nötig, nachdem das Fahrzeug schon lange gefahren wurde und daher auf guter Betriebstemperatur ist. In manchen Fällen kommt es jedoch vor (z.B. wenn bei Fahrtbeginn die Batterie nur zum Teil geladen war), dass man schon früh laden muss – dann ist die Batterie besonders im Winter nicht warm genug für die volle Ladeleistung. In diesem Fall empfiehlt sich die sogenannte Vorkonditionierung im Fahrzeug zu starten, welche die Batterie vorheizt und auf ideale Temperatur für einen schnellen Ladevorgang bringt (Achtung: nicht jedes Modell hat diese Funktion).
Die EMAPP 2 Studie zeigt deutlich, dass Österreich bis 2030 durch die direkte Herstellung von E-PKW-Komponenten die Wertschöpfung um 19 % und die Beschäftigung um 20 % steigern kann. Aber auch außerhalb der Automobilindustrie bringt die E-Mobilität wirtschaftliche Vorteile. Dazu zählen Einnahmen durch nationale Energieproduktion oder auch geringere Gesundheits- und Umweltkosten, die aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe entstehen. Besonders Technologie- und Forschungsunternehmen benötigen viele Fachkräfte – hier braucht es gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie passende wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen, um die Chancen der E-Mobilität voll nutzen zu können. Durch Planungssicherheit und klares Commitment hin zur Elektrifizierung können die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden und Investitionen getätigt werden, die Jobs und Wertschöpfung langfristig sichern.
Elektromobilität ist besonders in jenen Bereichen sinnvoll, in denen Verkehr nicht vermieden oder verlagert werden kann und daher der bestehende Verkehr durch Verbesserung der Antriebsstränge dekarbonisiert werden sollte. Das Ziel ist es, lokale Emissionen im Verkehr zu senken und die aktuelle Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen zählen:
- Güterverkehr (leichte Transporter und schwere Transit-LKW)
- Motorisierter Individualverkehr (PKW, Leichtfahrzeuge, Motorräder und Mopeds)
- Busverkehr in städtischen Flotten, im regionalen Überlandverkehr und bald auch im Langstrecken-Einsatz
- Mobilitätsdienstleistungen (emissionsfreie Zustellung und Lieferung)
- Mikro-ÖV und Sharing-Systeme (Beförderungssysteme wie E-Taxis und on-demand Systeme, Fahrten- und Fahrzeug-Sharing)
- Sonstige Anwendungsbereiche (Krankentransporte, Fahrschulen, Gemeindeflotten)
Nationaler politischer Rahmen:
Auf nationaler Ebene hat der Mobilitätsmasterplan 2030 (MMP) die zentralen Ziele (Vermeidung, Verlagerung und Verbesserung) der Verkehrswende festgehalten. Die darin definierten Strategien sollen dazu beitragen, den Anteil der Verkehrswege aus Fuß- und Radverkehr, öffentlichen Verkehrsmitteln und geteilter Mobilität deutlich zu steigern. Auf diesen Zielen wird aktuell aufgebaut und im Rahmen von eMOVE Austria neue Ziele für die E-Mobilität bis 2030 und darüber hinaus definiert. Zentraler Baustein dafür ist die öffentliche Ladeinfrastruktur als Fundament der E-Mobilität: bis 2030 sollen 95 % der Österreicherinnen und Österreicher innerhalb von zehn Kilometern eine Schnellladestation zur Verfügung haben.
Nationaler gesetzlicher Rahmen:
Mit dem Elektrifizitätswirtschaftsgesetzt (ElWG), das am 01. Jänner 2026 verabschiedet wurde, wird die Organisation der Elektrizitätswirtschaft neu geregelt – die Regulierungsbehörde E-Control hat die zentralen Neuerungen dieses wichtigen Gesetzes für die Elektrifizierung zusammengefasst.
Die Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) erleichtert die Errichtung von Langsamladestationen (Stand der Technik: max. 5,5 kW) in Wohnhausanlagen. Mit dem Right-to-Plug und der Zustimmungsfiktion gilt die Errichtung einer Ladestation als gewährt, wenn binnen zwei Monaten nach schriftlicher Verständigung kein Widerspruch erfolgt – die Mobilitätsagentur des Bundes AustriaTech hat eine Zusammenfassung der Vorteile des Right-to-Plug veröffentlicht.
Die EU regelt durch eine Reihe an Verordnungen und Richtlinien den gesetzlichen und politischen Rahmen für den Ausbau der Elektromobilität
- „Fit für 55“: Das Paket umfasst die Überarbeitung und Aktualisierung von bestehenden EU-Rechtsvorschriften, die dabei helfen sollen, die Klimaziele zu erreichen und somit auch für die Elektromobilität relevant sind.
- „Fit für 55“ Übersicht des Europäischen Rates
- „Fit für 55“ Factsheet der Europäischen Kommission
- AFIR: Die EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (2014/94/EU) regelt den Infrastrukturausbau am Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V). Sie schreibt unter anderem vor, in welchen Abständen wie viel Lade- und Betankungsinfrastruktur verfügbar sein muss. Außerdem gibt sie Qualitätskriterien und Bezahlmethoden vor, um die Nutzer:innenfreundlichkeit zu erhöhen.
- CO2-Emissionsnormen für PKW und leichte Nutzfahrzeuge: Diese beinhalten Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 und einen neuen Zielwert von 100 % emissionsfreie Neuzulassungen von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2035. (siehe auch MMP 2030, Ziele).
- Clean Vehicles Directive (Richtlinie 2019/1161): Die CVD verpflichtet öffentliche Auftraggeber dazu, bei Ausschreibungen einen gewissen Anteil sauberer und energieeffizienter Fahrzeuge zu beschaffen. Sie definiert, was „saubere Fahrzeuge“ sind und legt für jedes Land verbindliche Mindestquoten fest. In Österreich müssen bis Ende 2030 mindestens 38,5% der neu beschafften öffentlichen Fahrzeuge diesen Kriterien entsprechen.
- Energieeffizienzrichtlinie (EED): Mit der EED möchte die Europäische Kommission den Primär- und Endenergieverbrauch der EU weiter senken. Die Elektromobilität spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie im Betrieb weitaus weniger Emissionen verursachen.
- Überarbeitung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD): Die überarbeitete Richtlinie modernisiert den Rechtsrahmen zur europaweiten Senkung des Energieverbrauchs in Gebäuden im Sinne des Klimaschutzes. Sie soll erhöhte Mindestanforderungen für neue und bestehende Gebäude bringen, welche für Ladevorrichtungen im Wohnbau wichtig sein können.
- Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED): Mit dem Änderungsvorschlag der RED II zur RED III als Teil des EU-Legislativpakets will die EU-Kommission die Klimaneutralität in der EU bis 2050 vorantreiben.
- Effort Sharing Regulation (ESR Lastenteilungsverordnung, 2018): Die Verordnung legt für alle Mitgliedsländer verbindliche Emissionsreduktionsziele in jenen Bereichen fest, die bisher nicht geregelt waren (u.a. der Straßenverkehr). Diese machen derzeit rund 60 % der EU-Treibhausgasemissionen aus.
- EU Emission Trading System (ETS): Das System funktioniert nach dem ‚cap and trade‘ Prinzip. Für die teilnehmenden Sektoren ist eine maximale Menge an Treibhausgas-Emissionen festgelegt. Unternehmen benötigen für ihre Emissionen Zertifikate, die sie untereinander handeln können. Durch die Deckelung sinken die Gesamtemissionen stetig.
Beim Kauf eines Elektroautos ist es entscheidend, das eigene Fahrprofil realistisch einzuschätzen und früh unterschiedliche Modelle zu testen. Ein E-Auto – insb. wenn es das erste im Haushalt ist – ist nicht nur in Sachen Antrieb neu, sondern bringt auch viele neue digitale Funktionen mit. Hier verfolgen Hersteller oftmals sehr unterschiedliche Ansätze.
Zentral bei der näheren Auswahl des passenden Modelles ist die Reichweite bzw. die damit verbundene Batteriekapazität in kWh. Wir empfehlen die Reichweite nicht nur anhand der Herstellerangaben zu beurteilen, sondern auch unter Alltagsbedingungen wie Winter, Autobahnfahrten oder voller Beladung – und dabei auch zu überlegen, wie viele Kilometer in einer durchschnittlichen Woche tatsächlich gefahren werden. Der Großteil der Österreicher:innen bewegen ihr Auto nicht mehr als 300 km in der Woche – eine Distanz, die von einem großen Teil der E-Autos am Markt mit nur einer Ladung pro Woche bewerkstelligt werden kann. Das E-Auto kann also von vielen Haushalten in Österreich gleich verwendet werden wie der bisherige Verbrenner, auch wenn keine eigene Ladeinfrastruktur oder öffentliche Übernacht-Langsamladeinfrastruktur vorhanden ist.
Stichwort Laden: beim Kauf des (ersten) E-Autos sollte überlegt werden, wo das Fahrzeug in Zukunft am häufigsten geladen wird. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, profitiert von niedrigeren Kosten und höherem Komfort, während auf Langstrecken eine gute Schnellladefähigkeit und ein dichtes öffentliches Ladenetz entscheidend sind. Werden Sie Ihr E-Fahrzeug nur selten auf der Langstrecke bewegen, ist die Schnellladefähigkeit des Fahrzeugs weniger relevant als ein niedriger Verbrauchswert – sind Sie häufig auf Autobahnen, im Ausland oder auf Dienstreisen unterwegs, sind Modelle mit hohen Ladegeschwindigkeiten wiederum besonders attraktiv.
Neben dem Anschaffungspreis sollten stets die Gesamtkosten betrachtet werden, also auch die anfallenden Stromkosten, die Wartungsverträge und Garantieleistungen sowie die Versicherungs- und Steuerkosten mit einbezogen werden. Wer diese Punkte sorgfältig abwägt und Neu- sowie Gebrauchtangebote vergleicht, findet in dem heute schon sehr großen Markt bestimmt ein Elektroauto, das sowohl wirtschaftlich als auch praktisch gut zu den eigenen Bedürfnissen passt.
Im Schnitt können in Österreich zugelassene E-Autos rund 350 km weit fahren, ohne dazwischen aufladen zu müssen (ausgehend von Erhebungen von OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität auf Basis der meistzugelassenen BEV-PKW im Gesamtjahr 2025). Die Maximaldistanz, die ein E-Fahrzeug mit einem Ladevorgang zurücklegen kann („Reichweite“), variiert dabei und ist von vielen Parametern abhängig:
- Batteriekapazität
- Stromverbrauch
- Temperatur: bei kälteren Temperaturen wird mehr Energie benötigt, bis die Batterie auf die effizienteste Betriebstemperatur kommt. Hat man die Möglichkeit, das Fahrzeug über Nacht – oder geplant vor einer längeren Strecke – zu laden, empfiehlt sich das Vorheizen über die App / über die Bedieneinheiten des Fahrzeugs, während es noch angesteckt ist.
Dazu kommt: Die Reichweite kann maßgeblich durch vorausschauendes Fahrverhalten, die effektive Nutzung der Rekuperation und durch die Wahl des Fahrmodus (z.B. Eco oder „Normal“) beeinflusst werden.
Im Durchschnitt legen Österreicher:innen in ihren Autos 35 km pro Tag zurück. Das entspricht 250 km pro Woche. Diese Distanz können die allermeisten modernen E-Autos mit einer Batterieladung zurücklegen. Im Alltag ist deshalb für die meisten Menschen keine Zwischenladung nötig – im Gegenteil: sie kommen oftmals eine ganze Woche mit einer Ladung aus und können das E-Auto in fast allen Situationen nutzen wie bisher ein diesel- oder benzinbetriebenes Auto.
Quellen:
Umweltbundesamt, Klima- und Energiefonds: Faktencheck E-Mobilität 2022
Österreichweite Mobilitätserhebung „Österreich unterwegs 2013/2014“
Die Geschwindigkeit des Ladevorganges hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist die Leistung der Ladestation entscheidend. An einem Normalladepunkt mit 11 kW Leistung benötigt der Ladevorgang mehr Zeit als an einer Schnellladestation mit 300 kW. Zum anderen ist der aktuelle Stand der Batterie entscheidend. Eine Batterie kann von 20 % auf 50 % in viel geringerer Zeit laden als von 70 % auf 100 %. Der Grund hierfür ist die Ladekurve der Batterie.
Ob privates oder öffentliches Laden besser geeignet ist, hängt vor allem vom Wohnumfeld, dem Fahrprofil und dem individuellen Komfortanspruch ab. Wer eine eigene Wallbox zu Hause oder eine Lademöglichkeit am Arbeitsplatz hat, lädt meist über Nacht, spart Zeit und Geld und kommt mit einer kleineren Batterie gut aus. Öffentliches Laden eignet sich besonders für Menschen ohne festen Stellplatz oder für Langstreckenfahrten. Werden überwiegend kurze bis mittlere Strecken gefahren und regelmäßig privat geladen, ist das E-Auto besonders unkompliziert und alltagstauglich. Ist man hingegen auf öffentliche Ladepunkte angewiesen oder fährt häufig lange Strecken, sollte man auf eine gute Schnellladefähigkeit und etwas mehr Reichweitenreserve achten.
Beim tariflichen Laden wird ein Vertrag mit einem Ladestromanbieter abgeschlossen und die Ladesäulen genutzt. Mit einer App oder Ladekarte, meist zu festgelegten Preisen pro Kilowattstunde, kann das E-Auto geladen werden. Teilweise werden die festgelegten Preise um Grund- oder Blockiergebühren ergänzt. Das bietet vor allem Planbarkeit und oft günstigere Preise, besonders wenn regelmäßig geladen oder häufig dasselbe Ladenetz genutzt wird.
Beim Ad-hoc-Laden hingegen lädt man spontan ohne Vertrag, meist per QR-Code oder Kredit- bzw. Bankomatkarte. Dies ist unkompliziert, aber häufig teurer als ein Tarif. Ad-hoc-Laden eignet sich vor allem für gelegentliche Ladevorgänge, etwa auf längeren Reisen in Regionen, wo man nur selten ist und sich deswegen ein Vertragsabschluss nicht bzw. kaum rentiert.
Wer regelmäßig oder ausschließlich öffentlich lädt, fährt in der Regel mit einem oder zwei gut gewählten Tarifen günstiger und entspannter als ausschließlich mit Ad-hoc-Laden.
E-Autos haben vor allem auf lange Sicht einen Kostenvorteil. Zwar sind sie in der Anschaffung (in der Regel – denn es gibt spätestens seit 2025 bereits E-Modelle, die auch im Anschaffungspreis zumindest gleich liegen wie ein vergleichbarer Verbrenner) noch etwas teurer als vergleichbare Verbrenner, doch diese Mehrkosten gleichen sich über die Nutzungsdauer rasch aus. Der Hauptgrund für die Ersparnis sind die geringeren Wartungsaufwände und Betriebskosten; E-Autos haben weniger Verschleißteile und brauchen insgesamt weniger Service. Besonders günstig wird es, wenn zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen wird: Wer Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage nutzt, fährt im Vergleich zu Benzin oder Diesel oft um bis zu zwei Drittel günstiger.
Quelle: Faktencheck E-Mobilität 2022
Verschiedene Elektroautos haben unterschiedliche Preise. Der Unterschied in der Preisgestaltung spiegelt auch die Zielgruppen und Fahrzeugkonzepte wider: Ein alltags- und budgetorientiertes E-Auto mit kompakter Größe und solider Reichweite, ist ideal für tägliche Nutzung, Pendeln oder den Stadtverkehr. Eine elektrische Oberklasse-Limousine dagegen zielt auf Kund:innen ab, die neben rein elektrischer Mobilität besonders viel Platz, Komfort, Technologie und hohe Reichweiten suchen und sind entsprechend teurer in der Anschaffung.
Der Listenpreis für moderne, elektrische Kleinwägen (insbesondere im Jahr 2026 wird deren Modellvielfalt stark wachsen!) beginnt bei rund € 20.000, während Kompaktwägen der „Golf-Klasse“ bei etwa € 27.000 beginnen. Wir empfehlen jedenfalls, aktuelle Hersteller- oder Bonusaktionen zu beobachten.
Beim Kauf eines elektrischen Gebrauchtwagens gibt es einige Besonderheiten, die man beachten sollte, da sich E‑Autos in Technik und Nutzung deutlich von Verbrennern unterscheiden. Zunächst spielt die Batterie die entscheidende Rolle. Sie ist bei Elektroautos das teuerste Bauteil, und ihre Kapazität nimmt mit der Zeit ab – wenn auch im Schnitt bei weitem weniger stark, als oftmals geglaubt! Vor dem Kauf sollte man jedenfalls prüfen, wie viel Restreichweite das Fahrzeug noch bietet & in welchem Gesundheitszustand (SoH – State of Health) sich die Batterie befindet. Wir empfehlen eine Beratung bei Ihrem Mobilitätsclub.
Da Elektrofahrzeuge deutlich effizienter sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, lässt sich bei einer vollständigen Elektrifizierung bis 2040 der Energieverbrauch im Verkehrssektor insgesamt erheblich reduzieren. Theoretisch könnte der Energiebedarf des Landverkehrs um fast 60 % sinken. Gleichzeitig würde eine vollständige Elektrifizierung der österreichischen PKW-Flotte bis 2040 den Strombedarf um rund 21 % erhöhen – das entspricht etwa einem jährlichen Bedarf von 37 TWh allein im Verkehrssektor. Um diese Mengen Strom bereitzustellen, müssen die entsprechenden Produktionsanlagen in Österreich insbesondere nach 2030 deutlich ausgebaut werden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde mit dem Erlass des Bundesgesetzes über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (EAG) gemacht. Laut diesem Gesetz soll die jährliche Produktion von erneuerbarem Strom bis 2030 um 27 TWh steigen, was einer Steigerung von rund 50 % im Vergleich zu heute entspricht.
Quelle:
Umweltbundesamt / Klima- und Energiefonds; Faktencheck E-Mobilität 2022
Elektromobilität kann die Netzstabilität unterstützen, wenn sie sinnvoll ins Stromnetz eingebunden wird – daran wird aktuell auf nationaler und europäischer Ebene in unterschiedlichen Prozessen mit großer Energie gearbeitet. Zentral ist hierbei intelligentes Lastmanagement bei der Ladeinfrastruktur. Dabei werden Fahrzeuge vor allem dann geladen, wenn das Netz weniger ausgelastet ist bzw. so geladen, dass sie zum idealen Zeitpunkt die genau richtige Strommenge aufnehmen, um das Netz stabil zu halten und nicht unnötig auszulasten. Elektrofahrzeuge können außerdem als flexible Energiespeicher fungieren – eine der größten Potentiale der wachsenden Elektrifizierung ist das Integrieren der „fahrenden Batterien“ in unser Energiesystem!
Diese sogenannten „Vehicle-to-Grid“-fähigen Fahrzeuge (kurz: V2G) laden überschüssigen Strom und geben ihn bei Bedarf wieder an das Netz oder an relevante Verbraucher im direkten Umfeld zurück. Diese Technologie, die noch in den 2020er-Jahren standardisiert und flächendeckend umsetzbar sein wird, ermöglicht es Fahrzeugen, Energie dann aufzunehmen, wenn ein Überschuss vorhanden ist, und sie zu Zeiten höherer Nachfrage wieder abzugeben. Dadurch trägt V2G zur Lastverteilung und zur Stabilisierung des Stromnetzes bei.
Eine Vorstufe von V2G ist die sogenannte „Vehicle-to-home“ (V2H) und „Vehicle-to-load“ (V2L)-Technologie. Damit kann das Fahrzeug zwar nicht ins gesamte Netz integriert werden, aber dennoch im privaten bzw. betrieblichen Umfeld oder an Orten mit schlechter oder nicht vorhandener Netzversorgung Verbraucher mit Strom versorgen.
Die Herstellung und der Betrieb von allen Arten von Fahrzeugen benötigen stets endliche Rohstoffe. Bei Elektrofahrzeugen spielt dabei insbesondere die Batterie eine zentrale Rolle und wird auch medial umfangreich beleuchtet. In den vergangenen Jahren wurde der Energiegehalt der Batterien stark verbessert – und damit auch die Menge an seltenen Rohstoffen, die für ihren Bau verwendet wird. Insbesondere der Anteil an viel kritisiertem Kobalt ging bei allen Arten von Lithium-Ionen-Batterien stark zurück – und durch den wachsenden Anteil an LFP-Batterien (diese sind bauartbedingt frei von Kobalt-Kathoden) nochmals. Moderne Batterien, die in heutigen E-Fahrzeugen verwendet werden, können nach ihrer Nutzung in den Fahrzeugen – auch nach vielen 100.000en Kilometern – sehr häufig in stationären Anwendungen, etwa als Heimspeicher oder Teil eines Batteriespeicherkraftwerks, ein zweites Leben erhalten. Danach lassen sich viele der verbauten Metalle theoretisch zu bis zu 99,5 % recyceln. Hier gibt die EU seit Juni 2023 Quoten für die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Materialien vor (hier mehr Informationen zum Inhalt der Batterie-Vorgaben).
Bereits heute werden Batterien und Elektromotoren so konzipiert, dass kritische Rohstoffe reduziert und durch weniger problematische Materialien ersetzt werden. Diese Maßnahmen helfen insgesamt, die Nachfrage nach Primärrohstoffen zu verringern. Zusätzlich können Käufer:innen einen direkten Beitrag leisten, indem sie ein kleineres, weniger ressourcenintensives Fahrzeug und eine Batterie in passender Größe wählen.
Quelle:
Umweltbundesamt / Klima- und Energiefonds; Faktencheck E-Mobilität 2022
Ja! Mittel- und langfristig gesehen sind E-Fahrzeuge eindeutig umweltfreundlicher: Sie nutzen einen Großteil der eingesetzten Energie deutlich besser als Verbrenner und fahren im Alltag nahezu emissionsfrei, abgesehen vom Reifen- und Bremsabrieb. Wird erneuerbarer Strom geladen – der in Österreich von Jahr zu Jahr mehr ausgebaut wird – fallen über den gesamten Lebenszyklus rund 79 % weniger Treibhausgase an. E-Fahrzeuge verursachen bei der Produktion zwar höhere Emissionen, diese gleichen sich je nach Modell aber bereits nach etwa 10.000 bis 45.000 Kilometern aus – danach sind Elektroautos insgesamt mit jedem weiteren gefahrenen Kilometer klimafreundlicher und effizienter unterwegs.
Quelle:
Umweltbundesamt / Klima- und Energiefonds; Faktencheck E-Mobilität 2022
E-Fahrzeuge sind mindestens genauso sicher wie Verbrenner, so die Bewertung von Prüforganisationen und Automobilclubs. Das Unfallverhalten unterscheidet sich kaum von herkömmlichen Fahrzeugen. Auch gelten alle Sicherheits- und Crashvorschriften insb. in Europa selbstverständlich für alle neuen PKW – unabhängig vom Antrieb.
Sehr wenig! Der Mythos, dass E-Fahrzeuge leichter brennen oder eine geringere Fahrsicherheit hätten, wird durch zahlreiche internationale Studien eindeutig widerlegt. Das Brandrisiko bei E-Autos ist sogar niedriger als bei Verbrennern. Dennoch sollte die Feuerwehr im Brandfall informiert werden, dass es sich um ein E-Fahrzeug handelt, da das Löschen spezieller Ausrüstung bedarf und der Löschprozess komplex und langwierig sein kann.
Weitere Informationen zur Sicherheit von Elektrofahrzeugen gibt es unter:
- NOW GmbH: Brandsicherheit batterieelektrischer Pkw Studien, Zahlen, Fakten, 2025
- AustriaTech: E-Fahrzeuge und Brandsicherheit, 2021
- Kuratorium für Verkehrssicherheit: Brandrisiko Elektroauto. Brandprävention und Brandbekämpfung bei Elektroautos, 2021
Diese Seite wird durch OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität betrieben und mit Informationen und Daten befüllt. Sie ist eine Marke der Firma AustriaTech, welche das österreichische Kompetenzzentrum für Mobilitätstransformation ist. AustriaTech steht als Agentur im Eigentum des Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI).
Auf der eMOVE Austria Online-Plattform werden die Informationen zu aktuellen Förderungen stets laufend gehalten. Für private Haushalte und betriebliche Ladeinfrastruktur sind die Informationen dazu in der Säule eRide integriert. Auf direktem Wege erreichen Sie relevante Informationen zu den Förderungen über die Seiten der KPC, FFG und CINEA:
- KPC – Kommunalkredit Public Consulting: Umweltförderungen im Rahmen von eRide
- FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft: Förderungen im Rahmen von eCharge, eBus und eTruck
- CINEA / Europäische Kommission – Förderungen im Rahmen von CEF / AFIF mit Fokus auf Hochleistungs-Ladeinfrastruktur auf den europäischen Transit-Routen (TEN-V)
Wir empfehlen früh und ohne Zeitdruck mit der Recherche zu möglichen passenden Modellen zu beginnen. Schreiben Sie Ihr Fahrprofil (durchschnittliche Kilometer pro Woche, Häufigkeit von geplanten Langstrecken, Mindestgröße des Innenraums und der Kofferraumvolumen) auf und überlegen Sie sich, wie das Fahrzeug am häufigsten geladen werden wird. Zu Kostenüberlegungen empfehlen wir mehr als nur den Listen- und den monatlichen Leasingpreis und die laufenden Versicherungs- und Steuerkosten zu betrachten – denn auch die planbaren (Service und Garantie sowie Stromkosten in Abhängigkeit des durchschnittlichen kWh-Preises) laufenden Kosten haben einen hohes Einsparpotential und können einen leicht erhöhten Listenpreis im Laufe der Nutzungszeit mehr als nur kompensieren!
Auf Basis dieser Parameter ergeben sich bereits klare Vorgaben an Ihr zukünftiges Auto, was den Kreis an passenden Modellen bereits ein Stück weit einschränkt – und die Probefahrten können starten. Nehmen Sie Kontakt mit Händlern auf und vereinbaren Sie nach Möglichkeit eine Probefahrt, die auch Einblick in das Thema Laden und Verbrauch erlaubt. Machen Sie sich dabei auch mit den Eigenheiten und Funktionen des Betriebssystems vertraut.
Unterstützende Informationen finden Sie auch durch eine bereits gut gewachsene Auswahl an Fachzeitschriften sowie Autotests und Erfahrungsberichten in Online-Foren und in den bekannten Video-Portalen.
OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität bietet insb. für Gemeinden und Regionen ein umfassendes Unterstützungspaket an, das den Fokus auf Bewusstseinsbildung & Kommunikation setzt. Auch Schulvorträge inkl. interaktiver Workshops sind – abhängig von verfügbaren Ressourcen in unserem Team – gerne möglich. Sollten Sie Interesse an detaillierten Daten zu Ihrer Gemeinde oder Region haben, können wir diese (bitte mit ausreichend Vorlaufzeit) gerne für Sie auswerten.
Wenden Sie sich direkt an uns – wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Anliegen:
leitstelle-elektromobilitaet@austriatech.at
Glossar
AC – Wechselstrom
Stromart, mit der E-Fahrzeuge bei Langsamladungen (z. B. Wallbox, mobiles Ladekabel) geladen werden; die Umwandlung in Gleichstrom erfolgt im Fahrzeug.
AFIR – Alternative Fuels Infrastructure Regulation
EU-Verordnung zum Aufbau und zur Standardisierung von Lade- und Wasserstoffinfrastruktur (folgte 2023 auf AFI-Directive).
BEV – Battery Electric Vehicle
Reines Elektrofahrzeug mit Batterie als Antriebsquelle, ohne Verbrennungsmotor.
Bidirektionelles Laden
Fähigkeit eines E-Fahrzeugs, Strom nicht nur zu laden, sondern auch wieder abzugeben.
BMIMI
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
Das für emissionsfreie Mobilität in Österreich zuständige Ministerium in Österreich existiert in der aktuellen Form seit 2025. Es ist Auftraggeberin dieser Website und Initiatorin von Österreichs Dachmarke für E-Mobilität eMove Austria.

CCS – Combined Charging Standard
Europäischer Standard für DC-Schnellladen von Elektrofahrzeugen.
CHAdeMO – Charge de Move
Schnellladeprotokoll für Elektrofahrzeuge, das Gleichstrom (DC) liefert und sehr schnelle Ladezeiten ermöglicht. Es wird vor allem in Japan und bei bestimmten Fahrzeugen eingesetzt und unterstützt Leistungen von bis zu mehreren hundert Kilowatt.
CPO – Charge Point Operator
Betreiber von Ladestationen für Elektrofahrzeuge.
DC – Gleichstrom
Direct Current ist die Stromart, mit der Fahrzeuge schnell geladen werden können; bei Schnellladungen erfolgt die Umwandlung außerhalb des Fahrzeugs.
ESP – E-Mobility Service Provider
Ein Dienstleister, der Kund:innen Zugang zu Roaming an verschiedenen Ladenetzwerken ermöglicht.
EV – Electric Vehicle
Oberbegriff für elektrisch angetriebene Fahrzeuge.
FCEV – Fuel Cell Electric Vehicle
Elektrofahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzelle als Energiequelle.
Förderungen
Finanzielle Anreize von Staat oder Ländern zur Unterstützung von E-Mobilität und Ladeinfrastruktur.
Gesamtwirkungsgrad
Verhältnis von eingesetzter zu tatsächlich nutzbarer Energie über den gesamten Systemprozess.
HEV – Hybrid Electric Vehicle
Fahrzeug mit Elektromotor, jedoch ohne externe Lademöglichkeit.
HPC – High Power Charging
DC-Schnellladen mit sehr hoher Ladeleistung (typisch >150 kW)
Induktives Laden
Ein berührungsloses Ladesystem, bei dem elektrische Energie über ein Magnetfeld zwischen einer Bodenspule und einer Fahrzeugspule übertragen wird. Es ermöglicht bequemes Laden ohne Kabel, ist aber meist langsamer und teurer als konventionelles kabelgebundenes Laden.
Infrastrukturausbau
Errichtung und Erweiterung von Lade-, Netz- und Energieinfrastruktur für die Mobilitäts- und Energiewende.
Inverter
Elektronisches Bauteil, das Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom für den Elektromotor umwandelt.
Joule
Einheit der Energie, 1 KWh (–> siehe KWh) = 3.600.000 Joule
Just-Transition
Bezeichnet einen gerechten Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, bei dem soziale Aspekte wie Arbeitsplätze, Einkommen und Teilhabe berücksichtigt werden.
kW – Kilowatt
Einheit der Leistung, z. B. Ladeleistung.
kWh – Kilowattstunde
Einheit der Energie, z. B. Batteriekapazität oder Stromverbrauch.
Ladekurve
Eine Ladekurve zeigt, wie der Ladezustand eines Akkus über die Zeit zunimmt. Sie wird meist als Diagramm dargestellt, bei dem die Zeit auf der x-Achse und die Spannung oder der Ladezustand auf der y-Achse steht. Anhand der Kurve kann man erkennen, wie schnell die Batterie geladen wird und wann sie voll ist. Typischerweise verläuft die Kurve zuerst steil, dann flacht sie ab, wenn der Akku sich dem Maximum nähert.
Ladeleistung
Momentane elektrische Leistung beim Laden eines Fahrzeugs. Die Ladeleistung nimmt mit fortschreitender Dauer des Ladevorganges ab. (–> siehe Ladekurve)
Lastmanagement
Steuerung von Ladeleistungen zur Vermeidung von Netzüberlastungen.
MCS – Megawatt Charging System
Ladestandard für sehr hohe Ladeleistungen, v. a. für schwere Nutzfahrzeuge.
MSP – Mobility Service Provider
Ein Unternehmen, das Nutzern den Zugang zu verschiedenen Mobilitätsangeboten, wie E-Autos oder Ladestationen, über eine einheitliche Plattform oder App ermöglicht.
Na-Ion Batterie
Natrium-Ionen-Batterie als Alternative zu Lithium-Batterien. Ist derzeit noch nicht serienmäßig verfügbar.
NMC-Batterie
Ist eine Unterart des Lithium-Ionen-Akkus, dessen Kathode aus einer Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Legierung (LiNiMnCoO₂) besteht. Nickel sorgt für hohe Energiedichte, Mangan für Stabilität und Kobalt für Lebensdauer und Leistungsfähigkeit. NMC-Akkus sind leistungsstark, langlebig und sicher, werden aber durch den Kobaltanteil teurer und unterliegen Umwelt- und ethischen Herausforderungen.
OCPP – Open Charge Point Protocol
Offener Kommunikationsstandard zwischen Ladesäule und Backend.
One-Pedal-Driving
Bezeichnet eine Fahrweise bei Elektroautos, bei der das Fahrzeug durch Loslassen des Fahrpedals stark verzögert, weil der Elektromotor als Generator arbeitet (Rekuperation).
PHEV – Plug-In Hybrid Electric Vehicle
Fahrzeug mit Verbrennungs- und Elektroantrieb. PHEV können extern geladen werden und somit auch zu 100 % batterieelektrisch betrieben werden. In den Statistiken von OLÉ werden PHEV-PKW stets separat ausgewiesen und weder Verbrennern noch batterieelektrischen Fahrzeugen zugeordnet.
Rekuperation
Rückgewinnung von Bremsenergie zur Batterieladung.
Roaming
Nutzung von Ladeinfrastruktur unterschiedlicher Betreiber mit einem Vertrag.
Smart Charging
Intelligente, netz- und kostenoptimierte Steuerung von Ladevorgängen.
SoC – State of Charge
Aktueller Ladezustand der Batterie – der SoC kann zwischen 0 % und 100 % betragen und hat große Auswirkungen auf die noch verfügbare Reichweite sowie auf die aktuell mögliche maximale Ladegeschwindigkeit des Fahrzeugs, welche mit zunehmendem SoC tendenziell abnimmt.
SoH – State of Health
Gesundheitszustand bzw. Alterung der Batterie. Der SoH wirkt sich auf die Kapazität der Batterie aus und damit auf die Reichweite eines E-Fahrzeugs. Moderne BEV-PKW können auch nach 100.000 km SoH von über 90 % halten.
Typ 2 Stecker
Europäischer Standardstecker für AC-Laden
V2X – Vehicle-2-X
V2X ist ein Überbegriff für alle Technologien, bei denen ein (Elektro-)Fahrzeug Energie oder Daten mit externen Systemen austauscht. Die drei gängigsten Varianten sind:
- Vehicle-to-Home (V2H): Das Auto speist Strom ins Hausnetz ein. Nützlich bei (PV-)Stromspitzen oder Stromausfall.
- Vehicle-to-Grid (V2G): Das Auto liefert Strom zurück ins öffentliche Stromnetz. Hilft, Netzspitzen auszugleichen, Frequenzstabilität zu sichern und Strompreise zu optimieren.
- Vehicle-to-Load (V2L): Das Auto versorgt einzelne Verbraucher direkt mit Strom. Funktioniert grundlegend wie eine mobile Steckdose aus der Fahrzeugbatterie.
Verkehrswende
Transformation des Verkehrs hin zu klimafreundlichen Systemen und emissionsvermeidendem Verhalten mit den drei zentralen Säulen Vermeiden, Verlagern (= Teil der Mobilitätswende) und Verbessern (= Teil der Antriebswende, insb. durch Elektrifizierung).
Wallbox
Feste AC-Ladestation für private oder halböffentliche Nutzung.
WLTP – Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedure
Standardisiertes Testverfahren zur Ermittlung von Verbrauch und Reichweite von PKW. Als Nachfolger des NEFZ-Verfahrens sollte der WLTP realitätsnähere Ergebnisse liefern, die sich besser vergleichen lassen. Der WLTP-Wert ist bei verbrauchsoptimierter Fahrweise in passender Umgebung (Temperatur, Beladung, Strecke) zumindest im Sommer grundlegend erreichbar – im Winter muss man mit niedrigeren Reichweiten rechnen.
ZEV – Zero Emission Vehicle
Ist ein Fahrzeug, das während des Betriebs keine direkten Abgasemissionen wie CO₂ oder Stickoxide ausstößt. Dazu zählen batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge. Emissionen können jedoch indirekt bei der Strom- oder Wasserstofferzeugung entstehen. ZEVs tragen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduktion von Treibhausgasen im Verkehrssektor bei.
Ökobilanz
Betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, von der Rohstoffgewinnung und Batterieherstellung über die Nutzung bis zum Recycling. Obwohl die Produktion, insbesondere der Batterie, zunächst höhere Emissionen verursacht, schneiden Elektrofahrzeuge über ihre Lebensdauer meist klimafreundlicher ab, vor allem bei Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien.